Über den Willy-Brandt-Kreis - In Memoriam

Portraitfoto Walther Stützle

Prof. Dr. rer. pol. Walther Stützle,
Staatssekretär a.D. Freier Autor (Jg. 1941).

1998 bis 2002: Staatssekretär des Bundesministeriums der Verteidigung,
1991 bis 1998: Der Tagesspiegel, Berlin, Chefredakteur und designierter Herausgeber,
1986 bis 1991: Direktor des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI).

Senior Distinguished Fellow, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin und Honorarprofessor, Universität Potsdam.

Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a.:
Sicherheit im 21. Jahrhundert. in: Gießmann, Hans-Joachim (Hg.), Europa, Polen und Deutschland.

Willy Brandt - Vorlesungen 2003 - 2005, Baden - Baden 2005, S. 85 – 103;

Die vielen Leben der Bundeswehr. Nach 50 Jahren "Abschreckung" mutieren Deutschlands Streitkräfte zur Interventionsarmee.

Das kann schief gehen. In: Kursbuch (November 2005), Heft 162, S. 52-57.

Wather Stützle starb am 8. August 2016 in Berlin.

Egon Bahr 2005, © siehe Impressum

Egon Bahr,

geboren 1922,
war Journalist, bevor er zum wichtigsten außenpolitischen Berater Willy Brandts wurde. Erst als Staatssekretär im Bundeskanzleramt, dann als Bundesbevollmächtigter für Berlin und Bundesminister für besondere Aufgaben avancierte er zum "Architekten" der neuen Deutschland- und Ostpolitik der Ägide Brandt.
Berühmt wurde sein Motto "Wandel durch Annäherung".

Im ersten Kabinett Schmidt Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, anschließend von 1976 bis 1981 Bundesgeschäftsführer der SPD. Zwischen 1984 und 1994 Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg.

1997 rief er gemeinsam mit Günter Grass, Friedrich Schorlemmer, Klaus Staeck und vielen anderen den Willy-Brandt-Kreis ins Leben.

Zahlreiche Veröffentlichungen.

Egon Bahr starb am 19. August 2015 in Berlin.

Günter Grass 2004, © siehe Impressum

Günter Grass,
geboren 1927

zu Kriegsende Luftwaffenhelfer und Soldat,
studierte nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft an der Düsseldorfer Kunstakademie und war von 1953 bis 1956 Schüler des Bildhauers Karl Hartung in Berlin.

1955 erste Lesung mit der "Gruppe 47", 1959 erschien der Roman "Die Blechtrommel".

Seit 1961 leistete Grass Wahlkampfhilfe für Willy Brandt, den er 1970 auf dessen Warschaureise begleitete.

Nachdem ihm 1993 seine Heimatstadt Danzig die Ehrenbürgerwürde verliehen hatte, erhielt der Träger zahlreicher Auszeichnungen schließlich den Literaturnobelpreis des Jahres 1999.

Günter Grass starb am 13. April 2015 in Lübeck.

Christa Wolf,
geboren 1929 in Landsberg an der Warthe, heute Gorzów Wielkopolski, Polen.
Von 1949 bis 1953 studierte sie Germanistik in Jena und Leipzig und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband und als Lektorin verschiedener Verlage sowie als Redakteurin bei der Zeitschrift "neue deutsche literatur".
Von 1955 bis 1977 war sie Mitglied im Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR.
Seit 1962 war Christa Wolf freie Schriftstellerin. Von 1963 bis 1967 war sie Kandidatin des ZK der SED. Ab 1974 war sie Mitglied der Akademie der Künste der DDR. 1976 wurde sie aufgrund der Mitunterzeichnung des "offenen Briefes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns" aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen. 1984 wurde sie Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Paris.
Christa Wolf starb am 1. Dezember 2011 in Berlin.
Sie zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart.

Portraitfoto Peter Bender

Peter Bender,
geboren 1923,
beschäftigte sich als Journalist und Historiker hauptsächlich mit Fragen der deutschen Teilung sowie der Ost-West-Problematik insgesamt. 1968 bis 1969 war er Senior Fellow beim Strategischen Institut in London, von 1973 bis 1975 ARD-Korrespondent in Warschau. Seit 1964 arbeitete er als Buchautor.
Zuletzt erschienen:
"Weltmacht Amerika – Das neue Rom" (2003) und "Deutschlands Wiederkehr. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte" (2007).
Peter Bender starb im Jahr 2008.

 

Günter Gaus
geboren 1929,
studierte Germanistik und Geschichte in München.
Er arbeitete seit den 50ern als Journalist, u.a. 1961-65 als politischer Redakteur für die Süddeutsche Zeitung und den Spiegel. Seit 1963 wurde er durch seine ZDF-Sendereihe "Zur Person" bekannt. 1969 wurde Gaus Chefredakteur des Spiegels. 1973 wechselte er in die Politik und wurde Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Er war als erster Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR vorgesehen und übernahm dieses Amt im Jahr 1974. In den 1980er Jahren verfasste er mehrere Bücher zur Lage der Bundesrepublik und der deutsch-deutschen Beziehungen sowie zur Sicherheitspolitik. Seit 1990 war er Mitherausgeber der Wochenzeitung Freitag. Sein journalistisches Schaffen wurde mit verschiedenen Auszeichnungen, u.a. dem Bundesverdienstkreuz, gewürdigt.
Günter Gaus starb im Jahr 2004.

 

Portraitfoto Dr. Claus Noé

Dr. Claus Noé,
geboren 1938,
studierte Ökonomie, Staatsrecht, Völkerrecht, Geschichte, Germanistik und Politische Wissenschaft in Heidelberg und Mannheim.
Er war Pressesprecher für Wirtschafts-, Finanzpolitik der SPD-Bundestagsfraktion bei Helmut Schmidt 1967–1969, Unterabteilungsleiter (Ministerialdirigent) im Bundeswirtschaftsministerium 1969–1987, Staatsrat (Staatssekretär) für Wirtschaft im Senat der Freien und Hansestadt Hamburg 1987–1994 und 1998/1999 Beamteter Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen.
Kolumnist u. a. bei der Zeit, Berater in Ökonomie bei Unternehmen und Verbänden.
Veröffentlichungen u. a.:
Der Verfassungsstaat - Opfer der Globalisierung. In: Zur Lage der Nation, Willy-Brandt-Kreis (Hg., 2001).
Claus Noé starb im Jahr 2008.

 

Portraitfoto Manfred Uschner

Manfred Uschner
geboren 1937,
war Diplomat und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen des ZK der SED, u. a. bei Hermann Axen. Von 1984 bis 1989 Mitglied der "Gemeinsamen Sicherheitspolitischen Arbeitsgruppe" von SED und SPD, wurde Uschner 1989 wegen "Sozialdemokratismus" aus dem Parteiapparat entfernt.
Der Verfasser von zahlreichen Büchern und Zeitschriftenbeiträgen war zuletzt ABM-Projektleiter und Geschäftsführer des Kautsky-Bernstein-Kreises e. V.
Manfred Uschner starb im Jahr 2007.